11. Februar 2026
Bericht über die ERASMUS+-Fortbildung: Mental Health Awareness for teachsers and students
Im Rahmen des ERASMUS+-Fortbildungsprogramms für Lehrkräfte nahm ich vom 02.-06.02.2026 an einer intensiven Fortbildung in La Laguna (Teneriffa) teil, die sich mit zwei zentralen Säulen der pädagogischen Arbeit befasste: der Arbeit mit dem Gefühlsrad nach Plutchik sowie dem Verständnis von Stressreaktionen auf Basis entwicklungspsychologischer Grundlagen. Ziel dieser Qualifizierung war es, die professionelle Beziehungsarbeit zu stärken und praxisnahe Methoden zur Förderung der emotionalen Intelligenz und Resilienz bei Schülerinnen und Schülern zu erwerben.
Ein wesentlicher Bestandteil der Fortbildung war die Einführung in das Gefühlsrad nach Robert Plutchik. Dieses Modell dient als visuelle und inhaltliche Orientierungshilfe, um die Komplexität menschlicher Emotionen greifbar zu machen.
Für den Schulalltag ergeben sich hieraus vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Das Gefühlsrad kann zur emotionalen Sprachförderung, im Bereich des Sozial-Emotionalen Lernens (SEL) sowie zur täglichen Reflexion in der Klasse genutzt werden. Auch in der Elternarbeit bietet es eine wertvolle Basis, um gemeinsam über das Befinden der Kinder ins Gespräch zu kommen. Die Teilnehmer reflektierten, dass dieses Modell hilft, Emotionen nicht nur wahrzunehmen, sondern sie einzuordnen und zu regulieren, was maßgeblich zu einem verbesserten Klassenklima beiträgt.
Der zweite Schwerpunkt der Fortbildung widmete sich den biologischen und psychologischen Grundlagen von Stress. Im Zentrum stand das Verständnis des autonomen Nervensystems und der fünf grundlegenden Stressreaktionen. Um im Unterricht angemessen auf diese Reaktionen reagieren zu können, wurden spezifische Interventionsformen erarbeitet. Ergänzend wurden diese Erkenntnisse in das Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung nach Erikson eingeordnet. Dies ermöglichte es den Teilnehmern, die Verhaltensweisen der Kinder und Jugendlichen vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Entwicklungsaufgaben – etwa dem Streben nach Autonomie oder Identität – besser zu verstehen.
Die wichtigsten Erkenntnisse für die schulische Praxis sind die Förderung der Selbstregulation, die Stärkung der Bedürfniskompetenz sowie die Erkenntnis, dass hinter jedem herausfordernden Verhalten eine Stressreaktion oder ein ungestilltes Bedürfnis stehen kann.
Die erlernten Methoden sollen nun sukzessive in das Schulcurriculum implementiert werden, um die Schule als einen sicheren Ort des Lernens und der persönlichen Entwicklung weiter zu stärken. Die Teilnehmer kehren mit erweiterten Handlungskompetenzen zurück, die sowohl die eigene psychische Gesundheit als auch die Resilienz der ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler nachhaltig unterstützen.
Für mich als Geographielehrkraft ist Teneriffa ein besonderer Lernort. Zum Programm gehörte ein Stadtrundgang durch La Laguna, die UNESCO-Weltkulturerbe- Stadt mit ihrer sehr gut erhaltenen Architektur aber auch ein Ausflug in die Teide-Region mit ihrer bizarren Vulkanlandschaft.
Der Austausch mit Lehrkräften verschiedener Schulformen aus anderen europäischen Ländern ist eine sehr bereichernde Erfahrung, die vielfältige Inspirationen für den Schulalltag bietet.




